errror's Abenteuer auf der CeBIT '99


Dienstag, 23.03.99, 18:00 Uhr, IDS Scheer AG, Burbach:
Unser SIXT-Mietwagen wird uns selbstverständlich geliefert, wir sind ja hier bei der IDS. Ein schicker silberner Mercedes, brandneu, mit allen Finessen! Martin übernimmt ihn, und fährt damit nach hause.

Mittwoch, 24.03.99, 04:45 Uhr, bei mir zuhause, Dudweiler:
Ich rufe bei Martin an, um zu prüfen, ob er schon weg ist. Eigenlich sollte er ja jeden Moment bei mir klingeln, aber er hat verschlafen und ist gerade erst wach geworden. Er verspricht mir, sich zu beeilen und legt auf. Ich leg mich also vor den Fernsehen, da läuft natürlich nur Schrott, wie die Wiederholung von "Andreas Türk"!
Mittwoch, 24.03.99, 05:30 Uhr, bei mir zuhause, Dudweiler:
Nach einer ¾ Stunde Wartezeit entschließe ich mich, schon mal vor die Türe zu gehen, da Martin ja nun gleich kommen müßte.

Mittwoch, 24.03.99, 05:50 Uhr, bei mir vor der Türe, Dudweiler:
Nur mit meinem Sakko ist es doch recht kalt, außerdem mache ich mir langsam Sorgen, daß Martin etwas passiert sein könnte. Deshalb gehe ich wieder rein und warte wieder vorm Fernseher. Inzwischen läuft Frühstücksfernsehen und ich schaue noch schnell im Videotext auf's Deutschlandwetter.

Mittwoch, 24.03.99, 06:05 Uhr, bei mir zuhause, Dudweiler:
Endlich ist Martin da, unser dritter Mann hat eben auch verschafen. Ich mache Martin das Angebot, das erste Stück im dunkeln zu fahren, was er gerne annimmt. Ich setz mich also ans Steuer und richte mir erstmal alles ein ("Wo stell ich ma'dann do de Außeschbischel inn?" - "Ei doh in de Middlkonsol', muschd 's rischdische Gnöbsche drigge!"). Und dann geht's los Richtung Hannover.

Mittwoch, 24.03.99, 07:45 Uhr, Raum Frankfurt:
Trotz Hauptverkehrszeit kommen wir ohne einen Stau durch Frankfurt.

Mittwoch, 24.03.99, 08:30 Uhr, irgendwo auf der Autobahn hinter Frankfurt:
"Ich fahr'do die Ausfahrt raus, do kinne ma' dann Fahrerwechsel mache unn e Kaffe dringe!"
So ein Zufall, ist sogar gerade ein MacDoof am Rasthof, also ab hinein und erstmal gefrüstückt.

Mittwoch, 24.03.99, 08:55 Uhr, Autobahnraststätte:
Weiter geht's Richtung Hannover, jetzt sitzt Martin am Steuer. Prima, ist auch gerade 9 Uhr, da ruf ich doch gleich mal den Bubel auf der IDS an und frag ich nach dem aktuellen Verkehrslagebericht unter www.cebit.de.

Mittwoch, 24.03.99, 11:00 Uhr, irgendwo auf der A7:
"Paul, willsch'du nomohl fahre?" - Da sag ich ja nicht nein, bei so einem tollen Auto. Also ab auf den nästen Rastplatz. Zuerst natürlich in die Tankstelle nach Kaffee fragen: WAAAS 3,50 DM und dann noch selbst zapfen? Neee, da holen wir eben eine Literflasche Cola und drei Pappbecher.
Auf einmal ist Martin verschwunden. Als er wiederkommt klagt er über Übelkeit und daß er im Moment nicht im Auto sitzen kann. Also gehen wir spazieren. Nach einer ½ Stunde und ein paar Snacks geht es wieder. Zu Sicherheit nehmen wir von der Tankstelle noch eine Tüte mit und fahren weiter. Bald darauf ist Martin wieder ganz fit, ist aber vehement gegen einen weiteren MacDoof-Besuch am Abend (Scheinbar ist MacDonald's doch nicht "einfach gut").

Mittwoch, 24.03.99, 12:30 Uhr, irgendwo auf der Autobahn vor Hildesheim:
STAU !
Wir stecken richtig fest und es ist kein Ende abzusehen. Alle 5 Minuten geht es ein paar Meter weiter. Ein Ende ist nicht in Sicht. Nach einer halben Stunde löst sich alles in Wohlgefallen auf, ohne daß sich ein Grund für den Stau erkennen ließ.
"Zum Glück haben wir heute abend bei der Heimfahrt im ICE keinen Stau!"

Mittwoch, 24.03.99, 13:00 Uhr, AS Hannover/Messegelände:
Uff, seit 20 km ist die Tankuhr im roten Bereich, zum Glück sind wir jetzt da, nur wo ist die Tankstelle. Ah, da ist die CeBIT ... jetzt sind wir daran vorbei ... Gott sei Dank, da ist die Tankstelle! Einmal volltanken bitte. Bei 54,42 Litern und 86,47 DM ist Schluß. Geht eigentlich für 540 km mit einem Mercedes. Und die SIXT ist nur 100 m weit weg und genau am Westeingang, wo es auch zum ICE-Bahnhof geht.

Mittwoch, 24.03.99, 13:15 Uhr, AS SIXT-Autovermietung, CeBIT:
Wir geben der netten Dame am Schalter den Autoschlüssel und unseren Lieferschein, sie schaut kurz drauf und wir können gehen. So gibt man gerne einen Mietwagen ab: Ohne zu bezahlen!

Mittwoch, 24.03.99, 13:30 Uhr, Messe-Eingang West, CeBIT:
Endlich, mit 3 Stunden Verspätung gegenüber dem Map&Guide-Plan, sind wir auf der CeBIT.

Mittwoch, 24.03.99, 14:30 Uhr, Halle 12, CeBIT:
Nachdem wir erkannt haben, daß es in unserer Gruppe starke Interessenunterschiede gibt, entschließen wir uns, getrennt weiter zu ziehen und verabreden uns für 16 Uhr am IDS-Stand in Halle 4.

Mittwoch, 24.03.99, 16:00 Uhr, IDS Scheer AG, Halle 4, CeBIT:
Wir besuchen unsere hier arbeitenden Kollegen, die alle erfreut sind, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Da wir uns danach aus den Augen verlieren, verabreden wir uns per Handy bei Murksoschrott, ähh Verzeihung, Microsoft in Halle 1.

Mittwoch, 24.03.99, 16:20 Uhr, Siemens AG, Halle 1, CeBIT:
Laut meinem schwer zusammengesuchten Hallenplan soll hier der Hauptstand vom Großen Bruder aus Redmond sein. Die nette Informationsdame von Siemens erklährt uns dann, daß Mircrosoft hier nur Mitaussteller wäre und berschreibt uns sehr gut den Weg zum Hauptstand in Halle 2. Wenigstens liegt er so auf dem geplanten Weg.

Mittwoch, 24.03.99, 16:30 Uhr, Microsoft Deutschland, Halle 2, CeBIT:
Ich frage an der Information:
"Gibt es noch Internet Explorer 5 CDs?" -
"Leider nein, die letzten sind heute morgen weggegangen." -
"Wie viele haben Sie denn gehabt?" -
"Genügend!" *Smile* -

Da konnte ich nur noch sagen: "Tja, offensichtlich nicht, sonst wäre ja noch eine für mich da!"
Zum Glück für die tolle Empfangsdame kommt dann ein etwas kompetenterer Kollege, der wohl schon Feierabend macht vorbei und meint, daß um die Ecke noch welche liegen würden. So kommen wir doch noch alle zum verbreitesten Virusprogramms für WinBlows.
Wir ziehen dann weiter zu SAP, wo uns eine ebenfalls schlecht informierte Empfangsdame den Weg zum Linux-Rechner mit SAP R/3 in der gleichen Halle so schlecht erklärt, daß wir ihn nicht finden.

Mittwoch, 24.03.99, 18:15 Uhr, Messe-Eingang West, CeBIT:
Das war's die CeBIT '99 ist 'rum und wir sind kaputt. Wir gehen über das Rail-Station-Gate zum Messebahnhof und gönnen uns dort an einem der Stände eine Rostwurst und ein nordisches Dosenbier. Mit dem schlechten Bier in der Hand warten wir auf den ICE 885 Hamburg - München, der pünktlich um 19:36 Uhr einfährt.

Mittwoch, 24.03.99, 20:23 Uhr, Bahnhof, Kassel-Wilhelmshöhe:
Hier müssen wir umsteigen in ICE 779 Kiel-Karlsruhe. Martin und Carsten nutzen die ¼ Stunde Umstiegszeit, um Cigaretten und ein Kartenspiel zu kaufen.

Mittwoch, 24.03.99, 20:39 Uhr, Bahnhof, Kassel-Wilhelmshöhe:
Die Türen des ICE beginnen schon sich zu schließen, da tauchen die beiden endlich ganz hinten auf und wir stürmen an zwei Enden den Zug. Nach dem wir einen Sitzplatz gefunden haben fällt uns erst auf, daß der Zug immer noch steht. Da kommt auch schon eine Durchsage:
"Wegen einer Fliegerbombe auf der Strecke Kassel-Frankfurt wird sich die Abfahrt um unbestimmte Zeit verzögern."
Na toll, und in Mannheim haben wir auch nur eine ¼ Stunde Umstiegszeit.

Mittwoch, 24.03.99, 21:20 Uhr, Bahnhof, Kassel-Wilhelmshöhe:
Nach etlichen weiteren Durchsagen, wie "Fliegerbombe wird entschärft" u. ä., geht es eine ¾ Stunde später weiter, aber zurück nach Göttingen, und von dort über Fulda nach Frankfurt. Den Zug nach Saarbrücken haben wir schon abgeschrieben. Inzwischen telefoniere ich mit Wolfgang, ob er uns in Mannheim abholen kann, da wir ja schlecht unter den Brücken schlafen können. Es gehen auch Gerüchte um, daß über 60 Personen einen Anschluß nach Saabrücken brauchen.

Mittwoch, 24.03.99, 23:00 Uhr, irgendwo auf der ICE-Trasse zwischen Fulda und Frankfurt:
Einige amüsieren sich noch über die tolle Durchsage ("Der Zug hält heute außerplanmäsig in Fulda zum     ...     <Anm.: ... vielleicht zum Auftanken ?? :-)>     ...      Ein- und Aussteigen."), da kommt die erleichternde Botschaft, daß man für Reisende nach Saarbrücken auf jeden Fall eine Transportmöglichkeit habe, wie diese aussehe, ist jedoch noch nicht sicher. Also ruf ich Wolfgang wieder an, um in zu entwarnen.

Donnerstag, 25.03.99, 00:40 Uhr, Bahnhof, Mannheim:
Wir treffen mit zweistündiger Verspätung in Mannheim ein, wo wir uns zwecks Weiterfahrt zur Information begeben sollen. Dort stehen dann auch die 60 Saarbru¨cken-Reisenden, was zu einigen Tumulten führt. Schließich erklärt man uns, daß wir nun mit einem Taxi weiter transportiert werde ("Oh nein, schon wieder Mercedes!"). Wir gehören zur ersten Gruppe mit 6 Personen und werden in einen Chrysler-Van gesteckt, dessen Fahrer sich als erstes bei uns nach dem Weg nach Saarbrücken erkundigt, dann losrast und dabei mit seinem Handy 'rumtelefoniert. Obwohl er auch seine Kollegen über sein Handy um Rat wegen der Fahrstrecke gefragt hat verfahren wir uns noch in Mannheim.

Donnerstag, 25.03.99, 02:15 Uhr, Homburg/Saar:
Unser erster Fahrgast will zum Homburger Bahnhof. Da wir alle total übermüdet sind paßt keiner richtig auf, und so verfahren wir uns nochmal. Zu guter letzt ist der Homburger Fahrgast als erstes in den Van eingestiegen, und jetzt muß die Hälfte von uns mitaussteigen.

Donnerstag, 25.03.99, 02:40 Uhr, St. Ingbert:
Die zweite Passagierin muß in St. Ingbert raus. Danach dirigieren wir den Taxifahrer nach Elversberg und lassen Carsten dort aussteigen.

Donnerstag, 25.03.99, 03:10 Uhr, Hohenzollerstraße, Saarbrücken:
Über A8623 erreichen wir Saarbrücken und fahren zunächst ans Hotel Iris in der Hohenzollerstraße, wo die letzte Fahrgästin aussteigt.

Donnerstag, 25.03.99, 03:20 Uhr, Parkplatz Westspange, Saarbrücken:
Mit genau 3 Stunden Verspätung erreichen wir mein Auto und müssen jetzt noch dem Mannheimer Taxifahrer den Weg zurück erklären. Von der Westspange aus ist das zum Glück nicht schwer.

Donnerstag, 25.03.99, 03:30 Uhr, IDS Scheer AG, Burbach:
Ich lasse Martin an seinem, an der Firma geparkten, Auto aussteigen und mache mich endlich auf den Heimweg.

Donnerstag, 25.03.99, 03:45 Uhr, bei mir zuhause, Dudweiler:
Ich komme nach 24 Stunden ohne Schlaf in meiner Wohnung an, wo mich der piepsende Radiowecker erwartet, den ich morgens nicht entschärft habe.